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Geschichte

Die Kreisgalerie Klenová wurde im Jahre 1964 gegründet. Ihr erster Direktor war der in Klatovy/Klattau lebende Maler Vladimír Levora, welcher sich dafür engagierte, die damals verwahrloste Burg und Schloss wieder zugänglich zu machen. Mit der Zeit, baute die Galerie ihre eigene Sammlung auf. In den ersten Jahren zeigte sie überwiegend tschechische Kunst des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie in Prag und der Westböhmischen Galerie in Pilsen. Im Jahre 1973 verlor die Galerie Klenová ihre Unabhängigkeit und wurde Teil des Kreismuseums Klattau. Während dieser Zeit unternahm die Galerie nur wenig Akquisitionen und Ausstellungsaktivitäten, und ihr fehlten Facharbeiter. Es gibt aber auch positive Ereignisse in der Geschichte der Galerie. Zum Beispiel die legendäre Ausstellung von Maxmilián Pirner, organisiert von Dr. Roman Prahl im Jahre 1979, oder die Eröffnung der Dauerausstellung der Malerin Vilma Vrbová-Kotrbová und ihres Mannes, des Restaurators František Kotrba, in der Kotrba Villa (1976, Ausstellung 1989 geschlossen).

 

Im Bereich der Akquisitionen gibt es den Kauf, in 1987 und 1988, vieler Werke von wichtigen Künstlern der damaligen mittleren Generation (J. Sopko, I. Ouhel, M. Rittstein, V. Novák, J. Sozanský, V. Bláha, F. Hodonský und andere) in einem Ausmaß und bei einer Qualität die man nie zuvor in Böhmen gesehen hat. Dieses Vorhaben kann als Vorläufer der Aktivitäten der Galerie nach dem Jahre 1989 gesehen werden.

Die heutige Galerie Klatovy / Klenová entstand im direkten Zusammenhang mit den Geschehnissen des Jahres 1989. Damals konnte man das Erdgeschoss des Gebäudes mit der Nummer 149/1 auf dem Klattauer Markplatz "erkämpfen". In den Räumigkeiten, wo kurz zuvor das Städtische Museum noch eine Ausstellung über die Geschichte der Arbeiterbewegung gezeigt hatte, wurden jetzt Fotos von den Novemberprotesten ausgestellt.

 

Die zweite Ausstellung zeigte Fotos des sowjetischen Einmarsches im Jahre 1968. Weil die nachfolgenden Veranstaltungen schon einen rein künstlerischen Ton hatten, wurde entschieden, dass die Ausstellungsaktivitäten in diesen Räumigkeiten einen offiziellen Charakter erhalten sollen. Eine passende Lösung zeigte sich im Zusammenschluss mit der Galerie im Schloss Klenová, welche zu dieser Zeit zu dem Museum gehörte. So entstand, , unter der Trägerschaft des Ministeriums für Kultur, die Unabhängige Galerie Klatovy / Klenová.
 
Die neue Leitung der Galerie stand nun vor dem Auftrag, den allmählichen Verfall des Schlosses Klenová (in welchem Hausschwamm entdeckt wurde) aufzuhalten, und die Burgruine zu konservieren. Diese letzte Arbeit zieht sich ununterbrochen seit den sechziger Jahren bis heute hin. Die Klattauer Galerie zum weißen Einhorn wurde auch renoviert. Zuerst fanden Ausstellungen nur im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss statt, aber mit der Zeit wurde das Kellergeschoss und im Jahre 1992 das zweite Obergeschoss auch renoviert. Im Frühjahr 2008 wurde ein Cafe im Erdgeschoss eröffnet. Es finden hier Vernissagen und Vorträge statt.

 

Nach ihrer Neuorganisierung änderte die Galerie rasant ihre Konzeption. In Klenová wurde die Freiluftskulpturenausstellung abgebaut, welche hauptsächlich Künstler des vorhergehenden Regimes feierte, und die Außenräume wurden zur Ausstellung von Skulpturen führender tschechischer Künstler benutzt (J. Róna, J. Seifert, M. Kotrba). Zusammen mit der wachsenden Anzahl von Ausstellungsräumen (heute verfügt Klenová über Burg, Schloss, Speicher, Burggrafschaft und dem eckigen Turm) wächst auch die Vielfältigkeit des Ausstellungsprogramms. Auch orientierte sich die Galerie mehr an Gegenwartskunst und bemühte sich darum, ihre Aktivitäten über die Grenzen Tschechiens hinaus zu erweitern. Wichtige Länder im diesem Sinne sind die Slowakei und Italien, wo die Galerie mit bedeutenden Kuratoren und Künstlern zusammenarbeitete (z.B. eine Austauschaustellung von Werken aus der Sammlung im italienischen Salò). Die Galerie zeigte auch Werke tschechischer Exilkünstler und organisierte internationale Symposien für Studenten und Erwachsene.


Von 1991 bis 1994 organisierte die Galerie die berühmten „Šedá cihla“ (Grauer Ziegel, Kurator: Helena Hrdlièková) Ausstellungen, eine Serie von repräsentativen, zu ihrer Zeit einmaligen, Salons von Werken lebender Autoren. Jedes Jahr gab es einen anderen Fokus. Der letzte solche Salon differenzierte sich am meisten von den anderen. Bei ihm handelte es sich um den ersten und bislang einzigen Versuch, eine komplette Übersicht tschechischer Exilkunst zusammenzustellen. Über die Jahre hat die Galerie regelmäßig neue Werke für ihre Sammlung gekauft, einschließlich vieler einmaliger Werke von Legenden der modernen tschechischen Kunst, insbesondere aus der Zeit seit dem zweiten Weltkrieg (Kolíbal, Janoušek, Palcr, Sekal, Karlíková usw.). Neben ihren eigenen fachlichen Kenntnissen arbeitet die Galerie auch mit den wichtigsten tschechischen Kuratoren zusammen (Jaromír Zemina, Jiøí Zemánek, Jiøí Valoch, Mahulena Nešlehová, Jana und Jiøí Ševèík).

Die Galerie kooperiert auch mit Kunstvolksschulen im Rahmen des Lernprogramms „Animation“ und durch Ausstellungen der besten Schülerwerke, und mit Kunstakademien durch Ausstellungen der Werke der besten Studenten.

 

In den letzen Jahren hat die Galerie weitere Burgbesichtigungstrassen eröffnet und versucht durch weitere Renovierungsarbeiten die Besichtigungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit dauernd zu erweitern.